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Sudan: Der vergessene Krieg

Ein Bericht über die weltweit schwerste humanitäre Notlage und die größte

internationale Vertreibungskrise

Von Léa Farge / GICJ

Dezember 2025

 

Zusammenfassung

Der Krieg im Sudan stellt aktuell eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen weltweit dar, bei der überwiegend Zivilisten unter den Folgen der Gewalt leiden. Satellitenaufnahmen zeigen weit verbreitete Zerstörung, einschließlich Blutvergießen am Boden. Trotz des Ausmaßes der begangenen Gräueltaten, bleibt der Konflikt weiterhin recht unbekannt und wird von internationalen Medien unzureichend berichtet. 

Dieser Bericht ordnet den aktuellen Krieg innerhalb Sudan’s historischem und politischem Weg ein, um seinen Ursprung klar darzulegen. Die Kolonialherrschaft verankerte tiefe regionale und ethnische Ungleichheiten, welche nach der erlangten Unabhängigkeit durch Bürgerkriege, militärische Umstürze und autoritäre Regierungen verstärkt wurden. Die 30-jährige Diktatur von Omar al Bashir verstärkte ein System der Ausgrenzung, Repression und Straffreiheit. Einige Dynamiken und Methoden, die während des Völkermordes in Darfur 2003 angewandt wurden, sind in dem aktuellen Konflikt erneut erkennbar.

Der Bericht analysiert die Auslöser und folgen des im April 2023 ausgelösten Krieges, als 2 ehemalige Verbündete mit deren jeweiligen bewaffneten Gruppen, der sudanesische Armee (SAF) und der Rapid Support Forces (RSF), Rivalen wurden welche um Macht konkurrieren. Dieses Ringen um Macht führte zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und genozidalen Gräueltaten. 

Der Fall von El Fasher im Oktober 2025 und die aktuelle Eskalation von Gewalt in Kordofan, zeigt deutlich das Ausmaß und die systematische Art und Weise, mit der diese Gräueltaten begangen werden.

Der Bericht schaut auch auf die entscheidende Rolle von externen Akteuren welche den Kriegsparteien  militärische, finanzielle und politische Unterstützung zukommen lassen, im Austausch für Zugang zu Sudan’s Ressourcen, insbesondere Gold. Obwohl konsequent bestritten, hat genau solch eine ausländische Einmischung den Konflikt intensiviert und verlängert. 

Der Geneva International Center for Justice (GICJ) ruft auf zu einer sofortigen Feuerpause, dem Schutz der Zivilbevölkerung, ungehinderten humanitären Zugang, der Einstellung jeglicher ausländischer Unterstützung für die Kriegsparteien, vermehrte humanitäre Unterstützung und Finanzierung, und Rechenschaft für begangene Verbrechen. GICJ betont, dass die anhaltende Straffreiheit ein zentraler Treiber der Gewalt im Sudan ist. Fortwährende internationale Untätigkeit, untergräbt die Glaubwürdigkeit und Effektivität des multilateralen Menschenrechts Systems basierend auf Völkerrecht und humanitärem Völkerrecht. 

Read the full report by clicking on the picture below. 

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